Storytelling aus dem Allgäu

Stefanie Jennes steht für druckfreiGabe: kraftvoll durch den wilden Alltag

von | Solo-Unternehmer

Stefanie Jennes hat eine Mission: Familien und speziell Kinder durch die Turbulenzen der Schulzeit zu navigieren – und zwar ohne Druck. Ihr Geschäft: druckfreiGabe. Ihre Intention: das volle Potenzial jedes Kindes zu entfalten. Dabei geht es ihr nicht nur um bessere Noten, sondern um ein tiefes Verständnis für individuelle Fähigkeiten und um die Entdeckung der eigenen Essenz.

Bildung geht weit über das Pauken von Fakten hinaus

Stefanie Jennes: Aus starken Kindern werden authentische Erwachsene

Sie weiß, dass es darum geht, in einer Welt voller Erwartungen und Systemzwänge, einen eigenen Weg zu finden. Lernen, aufrecht durchs Leben zu gehen, ausgestattet mit einer starken Resilienz.  Warum das gerade jetzt so wichtig ist und wie Stefanie Jennes diese Vision in die Tat umsetzt, darüber sprachen wir mit ihr in einem exklusiven Interview.

druckfreiGabe: Der Weg zu einem druckfreien Leben

Interview mit Stefanie Jennes

Steffi, lass uns gleich mit einer provokanten Frage anfangen. Was bedeutet „druckfrei“? Soll keiner mehr etwas leisten?

Stefanie Jennes: Nein, das Gegenteil ist der Fall. Es heißt, dass sich jeder in seinem „Tanzbereich“ ausprobieren darf, damit seine Stärken zum Vorschein treten dürfen. Unter Druck ist es einfach so, dass das Hirn abschaltet. Während eben in einer gewissen Entspannungsfrequenz mehr geleistet und vor allem nachhaltiger verinnerlicht werden kann.

Du sprichst oft davon, dass man zu seiner Essenz finden soll. Was bedeutet das?

Stefanie Jennes: Jeder Mensch trägt Gaben in sich. Diese können im Laufe der Zeit von Erziehung überdeckt werden. Wir leben in Systemen und in Systemen muss man sich anpassen. Aber durch stetige Anpassung verliert man – wenn man nicht aufpasst – den Zugang zu sich.

Aber wir leben nun mal in Systemen – wie soll das ohne Anpassung funktionieren?

Stefanie Jennes: Wir Menschen haben zwei Grundbedürfnisse – das Bedürfnis nach Autonomie und das Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Das Ziel wäre eine individualisierte Gemeinschaft, in der jeder mit seinen Stärken seinen Beitrag leisten kann. Das heißt, wir sprechen von Systemen ohne „verbogene Menschen“.

Ist das nicht eine Utopie?

Stefanie Jennes: Nein! Weil jeder im Idealfall in den unterschiedlichen Phasen des „Prozesses“ seine Leistung einbringt – das ist wie beim Hausbau. Der eine legt das Fundament, dann hat der Maurer das Zepter in der Hand, dann der Elektriker und dann wieder ein anderen den Hut auf. Man hat viel mehr Power, wenn man jeden dastehen lässt, wo er ist, in seiner Kraft, seiner Stärke und hand-in-hand den Weg geht. Denn keiner ist besser als der andere.

Na, das klingt ein bisschen wie im Kommunismus!

Stefanie Jennes: (lacht) Es geht nicht um „Gleichmacherei“, sondern um Würdigung der Unterschiedlichkeit.

Wie trägst Du denn dazu bei, dass Menschen druckfrei durchs Leben gehen können?

Stefanie Jennes: Ich gebe Dir Beispiele aus meiner täglichen Arbeit. Kinder, die zu mir kommen, sind völlig druckbeladen und mit dem Stigma behaftet, dass sie nicht ins System passen. Bei mir bekommen sie den Raum einfach sein zu dürfen, wie sie sind – und vor allem das Bewusstsein, dass es ok ist, so zu sein, wie sie sind. Ich zeige den Kindern und den sie begleitenden Erwachsenen, wie sie aus sich heraus, in dem bestehenden System(en) gut klarkommen.

Dazu gibt es Lernmethoden, Kommunikationsmethoden etc., die schnell funktionieren. Bei Erwachsenen ist es ähnlich. Sie funktionieren meist nur, haben aber den Zugang zu sich verloren. Sie sind so verwickelt, dass ihnen der Blick für ihren Ausweg fehlt bzw. für ihre „Ent-wicklung“ versperrt ist.

Der Weg zum druckfrei lernen & leben

Wie schaffst Du es dann, dass Menschen Zugang zu sich selbst erlangen?

Stefanie Jennes: In dem ich z.B. mit jedem erarbeite, welche Gefühle in ihr / ihm schlummern. Ich zeige ihnen, wie sie diese Gefühle anerkennen und annehmen können, sowohl bei sich selbst als auch bei anderen. Und ich meine damit alle Gefühle – ausnahmslos.

Wie geht das? Ist das eine Methode, die man lernen muss?

Stefanie Jennes: Es ist, wie das trainieren eines Muskels, durch den eine innere Haltung entsteht. Das ist ein wesentlicher Bestandteil der friedvollen Kommunikation nach Claudia Pinzke vom Institut für Bioenergetisches Lernen.

Was braucht es noch im Leben, um druckfrei leben zu können?

Stefanie Jennes: Entspannung, aber in einer besonderen Frequenz. Auch das sind Techniken, die man lernen und mit denen man eine ganz tiefe Ebene der Entspannung erreichen kann. In dieser Ebene findet dann auch eine andere Form des Lernens statt und vor allem wird eine ganz andere Behaltensleistung hervorgerufen. Die Methode sorgt dafür, dass die rechte und linke Gehirnhälfte zusammenarbeiten, und zwar ohne Druck.

Dann wäre diese Technik ja DER Traum eines jeden Arbeitgebers, oder?

Stefanie Jennes: Ja, weil es wirklich tief um das Individuum geht. Es geht nicht nur um Performance, sondern um die Stärkung des Menschen. Und das hat Power.

Eine persönliche Frage: Gehst Du denn völlig druckfrei durchs Leben?

Stefanie Jennes: Ja klar (lacht!) Nein, natürlich muss auch mein Muskel trainiert werden. Und mal gelingt es super und mal weniger gut. Aber ich kann mich mittlerweile rasch zurückholen, wenn es mal in die falsche Richtung geht. Und natürlich gibt es bei mir, als alleinerziehende Mama, sehr viel Druck von außen und manchmal eben auch von innen.

Ich surfe nicht täglich auf der Klangschalenwelle, aber grundsätzlich ist meine Haltung eine andere geworden. Und ich kann sehr gut annehmen, was ist: dass andere anders denken und anders ticken zum Beispiel.

Von der Industrie zur Selbstständigkeit

Du bist ja erst seit gut einem Jahr selbstständig und warst davor 17 Jahre bei BMW. Was hat Dich zu diesem Wandel bewogen?

Stefanie Jennes: Die Zeit bei BMW war wichtig und ich habe tolle Leute kennengelernt und hervorragende Erfahrungen gesammelt. Aber gerade in den letzten Jahren dort kam immer mehr der Wunsch zum Tragen:

Ich möchte Menschen einen emotionalen Mehrwert bieten.

Als mein Sohn zur Welt kam, hat sich das Gefühl verstärkt. Denn auch ihm wurde schon früh suggeriert, dass er nicht ins System passt. Dadurch habe ich das Gefühl bekommen, dass es bei Vielen eine Not gibt, die es zu sehen gilt.

Ich wollte den Menschen, die sich „nicht richtig“ fühlen, einen Raum geben, und die Möglichkeit dieses Gefühl ablegen zu können. Nach zahlreichen Aus- und Weiterbildungen habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Dabei bin ich von mir wichtigen Persönlichkeiten inspiriert worden: Jesper Juul, Gerald Hüther, Claudia Pinzke (eine meiner Ausbilderinnen und Kollegin) Astrid Lindgren, Veit Lindau – aber auch Audrey Hepburn gehörten zu diesen Menschen. Ein für mich bedeutsames Zitat von Audrey Hepburn:

„Das Wichtigste ist, Dein Leben zu genießen – glücklich zu sein. Das ist alles, was zählt“.

3 Tipps für „druckfrei“ leben

Ist das auch einer der Tipps, den Du den Lesern hier im Magazin Allgäu mit auf den Weg geben willst?

Stefanie Jennes: Unbedingt! Doch es gibt noch weitere.

Wenn Du nicht weißt, was Dich glücklich macht, was Dich wirklich innerlich bewegt, dann mach Dich auf den Weg, das herauszufinden. Das Leben ist zu kurz für „halb“.

 

Der richtige Weg fühlt sich im Herzen leicht an, ist aber nicht zwangsläufig einfach. Wenn Dein Herz hüpft, dann sind auch 14 Stunden Arbeit ok – Hauptsache es macht Spaß.

 

Vielleicht musst Du erst mal aus Deiner vermeintlichen Komfortzone / aus der Situation raus, um einen Perspektivwechsel hinzubekommen. So, dass Du erkennst, wohin DEINE Reise geht.

Herzlichen Dank, liebe Steffi, für das sehr interessante Interview und die spannenden Einblicke in Dein Business! druckfrei Gabe!

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Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Stefanie Jennes

https://druckfrei-gabe.de
https://www.photographisches-lesen.de

Rathausstraße 2
87435 Kempten

0170 / 80 57127
info@druckfrei-gabe.de

Promotion:
Der Text ist in Zusammenarbeit
mit Stefanie Jennes und
Mareike Achterberg entstanden.

Fundiert

JournalistInnen & TexterInnen recherchieren und berichten.

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