Gleichberechtigung ist gleich Gerechtigkeit, ist gleich ein starker Wirtschaftsfaktor …

Das Allgäu zeigt: Mehr Frauen in den Betrieben sind nicht nur ein Zeichen von Fairness, sondern kurbeln auch den Wirtschaftsmotor kräftig an. Denn wenn Frauen und Männer Schulter an Schulter arbeiten, blüht die Wirtschaft auf. Es ist Zeit, dass Gleichberechtigung vom Wunschzettel in die Unternehmensstrategie wandert – für eine Zukunft, in der Erfolg weiblich und männlich schreibt.
Gleichberechtigung in der Wirtschaft
Ein Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg
An jedem 8. März, dem Internationalen Frauentag, rückt ein Thema besonders ins Rampenlicht: Die Gleichberechtigung von Frauen. Dies ist nicht nur eine soziale oder kulturelle Frage, sondern auch ein wirtschaftliches Muss.
Im europäischen Vergleich hat Deutschland beim Lohngefälle noch einiges aufzuholen. Gleichzeitig wird deutlich, wie essentiell die Gleichberechtigung für die Prosperität und Nachhaltigkeit der deutschen Wirtschaft ist.
Im Allgäu, einem Herzstück der deutschen Mittelstandswirtschaft, spiegelt sich ein Wandel allmählich wider.
Stand der Dinge: Frauen in der Berufswelt
In der Bundesrepublik sind fast die Hälfte der Arbeitskräfte Frauen. Sie brillieren häufig durch hervorragende Qualifikationen, haben aber mit einem erheblichen Lohngefälle zu kämpfen. Dieses Ungleichgewicht hat weitreichende Auswirkungen auf Frauen, deren Familien und die gesamte Volkswirtschaft.
Frauen verdienen durchschnittlich 18 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Diese Diskrepanz im Einkommen ist ein drängendes Problem.
Aufwind im Allgäu
Veränderung passiert
Die volle Gleichstellung von Frauen im Arbeitsmarkt ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern birgt auch enormes wirtschaftliches Potenzial. Im wirtschaftlich starken Allgäu zeigt sich zumindest in höheren Positionen langsam, aber stetig ein positiver Trend. Die Quote der Frauen in den Führungsetagen mittelständischer Unternehmen hat die 20-Prozent-Marke geknackt. Ziemlich fortschrittlich: Das Allgäu liegt damit über dem Bundesdurchschnitt.
Trotz dieser Fortschritte ist der Weg zur echten Gleichstellung noch weit. Besonders auffällig ist, dass nur in zwei der 32 großen Allgäuer Unternehmen Frauen in der obersten Führungsebene vertreten sind.
Frauen in Führungsrollen nach Branchen
Die Präsenz weiblicher Führungskräfte im Allgäu variiert stark, je nach Branche. Während das Gastgewerbe und das Gründungs- sowie Wohnungswesen beachtliche Quoten vorweisen, hinken andere Sektoren wie Handwerk, Bau, Energie sowie Transport und Logistik deutlich hinterher.
Herausforderungen und Lösungen
Vereinbarkeit von Familie & Beruf
Um Frauen zu ermöglichen, ihre Potenziale vollständig zu entfalten, bedarf es tiefgreifender Veränderungen. Essenziell wichtig dafür:
- eine verbesserte Kinderbetreuung,
- eine Unternehmenskultur, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt,
- ein familienfreundlicheres Steuersystem
Faire Bezahlung
Eine gleichberechtigte Bezahlung wirkt sich nach Expertenmeinung positiv auf die Beschäftigungsrate von Frauen aus. Das könnte den Fachkräftemangel entschärfen und die Wirtschaftskraft stärken. Deshalb die vierte Forderung:
- gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit
Ein gemeinsamer Weg zur Gleichberechtigung
Der Weg zur vollen Gleichberechtigung in der Wirtschaft ist ein Weg, der uns alle betrifft. Jeder Schritt in Richtung einer gerechteren Gesellschaft ist auch ein Schritt hin zu einer stärkeren, nachhaltigeren Wirtschaft.
Im Allgäu, wie in ganz Deutschland, müssen Unternehmen erkennen, dass Investitionen in die Gleichstellung aller Geschlechter und Familienfreundlichkeit nicht nur sozial wertvoll, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft sind.
Auch das könnte eine ganz normale Hirachie im Unternehmen sein. Oder? | Bildquelle: Canva
Stimmen von Allgäuer Unternehmerinnen zur Gleichberechtigung
Sinje Miebach, Führungsexperting
und im Vorstand der Allgäuer Unternehmerinnen
Für mich ist „Gleichberechtigung“ nicht der ganz passende Begriff, denn es geht ja nicht darum, etwas gleichzumachen. Es geht um Gerechtigkeit.
Die Herausforderung ist, dass wir versuchen müssen, allen Menschen und ihrer sich verändernden, persönlichen Lebenssituation wirklich gerecht zu werden. Nur so bekommen wir Frauen zurück in den Beruf und können damit dem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel begegnen. Familie wäre (vorallem für Frauen) kein Hindernis mehr, das überwunden oder irgendwie mitgeschleppt werden muss, sondern die wertvollste, nachhaltigste Ressource, die wir haben.
Simone Oßwald, Expertin für Kommunikation in Unternehmen
Beraterin & Unternehmerin bei AUSzuBILDUNG
Der Weg zu echter Gleichberechtigung ist eine Evolution des Denkens: Gerechtigkeit muss für uns alle eine Selbstverständlichkeit werden. Junge Menschen sind uns hier bereits einen Schritt voraus, für sie sind Geschlechterrollen und Klischees längst passé. Dieser Wandel zeigt, dass die Zukunft der Gleichberechtigung nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine unvermeidliche Realität ist.
Ulrike Heerdegen, Content & SEO Expertin
Gründerin des MAGAZIN Allgäus
Gleichberechtigung ist der Schlüssel, der die Tür zu fairer Bezahlung und Chancengleichheit im Beruf aufschließt. Wenn gleiche Arbeit gleich entlohnt wird, tanzen die Entscheidungen über Familienzeit nicht mehr nach der Pfeife des Geldes. Fügt man dem Ganzen eine Prise Flexibilität hinzu, die individuellen Lebenslagen gerecht wird, entfesselt man das wahre Potenzial qualifizierter Arbeitskräfte.
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des Instituts der deutschen Wirtschaft
Ohne Frauen geht es nicht
Zeit Reportage gegen den Fachkräftemangel
Allgäuer Unternehmerinnen e.V.
Sinje Miebach, Führungsexpertin
Simone Oßwald, Kommunikationsexpertin für Unternehmen
Der Internationale Frauentag entstand aus dem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen, das Wahlrecht für Frauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Offiziell begangen wurde der Frauentag zum ersten Mal am 19. März 1911 in mehreren europäischen Ländern. Seit 1921 wird der Internationale Frauentag jährlich am 8. März gefeiert, ein Datum, das weltweit zur Symbolik für den Einsatz und die Erfolge der Frauenbewegung geworden ist.
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