Storytelling aus dem Allgäu

Ursprung des Viehscheids: Wenn die „Schumpen“ ins Tal zurückkehren

von | Geschichte

OBERSTAUFEN – Vom Berg ins Tal: Erika Schneider (80) erlebte den Ursprung des Viehscheids. Die Staufner Älplerin und Hüttenwirtin teilt ihre Begeisterung für diese traditionsreiche Veranstaltung bis heute. Der Ort feiert eine über 50 Jahre alte Tradition: 1972 organisierten Erich Feller, der damalige Bürgermeister, und Josef Bergmann, einst Wirt der Alpe Schneeloch, den ersten gemeinschaftlichen Viehscheid in Oberstaufen.

Almabtrieb der Schumpen / Bildquelle: Mein Oberstaufen

Damals kehrten 600 Jungrinder, die im Allgäu als „Schumpen“ bekannt sind, ins Tal zurück. Heute werden über 1.100 Tiere von 16 Alpen von Hirten in traditioneller Tracht begleitet. Dieser Abtrieb und die Rückgabe des geschmückten Viehs an seine Besitzer markieren das Ende des Alpsommers. Am Scheidplatz treffen sich die Älpler und ihre Familien jedes Jahr zu einem großen Fest mit Musik und Tanz.

Das Ereignis zieht zunehmend Besucher an, die das imposante Schauspiel hautnah miterleben möchten. Ab 8:30 Uhr kommen die Hirten mit dem Jungvieh am Scheidplatz an, gefolgt von der musikalischen Unterhaltung durch Blaskapellen. Höhepunkte sind die traditionelle Schellenverlosung und ein abendliches Konzert.

Sommerfrische vor dem Viehscheid

Warum die Tiere den Sommer auf der Alpe verbringen

Die Arbeit auf der Alpe erfordert harte körperliche Anstrengung und ein hohes Maß an Verantwortung. Ganz oben steht: die Gesundheit der Tiere. Der Sommer in den Bergen tut den Schumpen aber gut. Sie ernähren sich von Wildkräutern und saftigem Gras, bewegen sich viel und klettern an steilen Hängen entlang. Das stärkt nachweislich ihre Vitalität, bei Milchkühen steigert der Aufenthalt außerdem die Qualität der Milch. Woran man’s merkt? Am Aroma des Berg- und Sennalpkäs!

Erika Schneider – Zeitzeugin des ersten Almabtriebs

Vom Ursprung des Viehscheids im Allgäu

Erika Schneider war bereits beim ersten Viehscheid 1972 dabei. Sie erinnert sich gerne an die Stimmung:

„Meine Familie ist seit 1933 auf der Falkenhütte, und ich führe die Tradition in zweiter Generation fort. Mein Bruder Josef Bergmann und Bürgermeister Erich Feller haben den Viehscheid nach Oberstaufen gebracht. Dass diese Tradition bis heute fortbesteht, hätte ich damals nicht gedacht. Ich hoffe, dass sie noch viele Jahre weitergeführt wird.“

Besonders beeindruckt ist Erika Schneider jedes Jahr von zwei Momenten: Wenn die Schellen läuten, wenn die Schumpen in den Kessel laufen und wenn alle Tiere sich am Sammelpunkt in Lanzenbach treffen. Da genießt sie den Blick auf den Hochbühl. „Das ist das für mich der Höhepunkt des Viehscheids.“

Den ersten Viehscheid ist sie 1972 mit 29 Jahren mitgelaufen. Seitdem geht sie jedes Jahr.

„Jetzt, mit über 80 Jahren, fahre ich mit dem Quad voraus,
aber vielleicht schaffe ich es zum 50. Jubiläum wieder zu Fuß bis Steibis.“

Ehrenamtliche Organisation: Engagement für die Tradition

Seit 1974 organisiert der Förderverein Staufner Viehschied e.V. das Event ehrenamtlich. Die Vorstandschaft betont, wie wichtig das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt sind, die dieses Fest ermöglichen. Die Mitglieder investieren viel Zeit in die Organisation, nehmen sogar Urlaub, um die Veranstaltung jedes Jahr aufs Neue zu ermöglichen.

„Ohne diese Verbundenheit und Zusammenarbeit wäre es nicht möglich,
den Viehscheid in dieser Form zu erhalten“,

so der Verein.

Die Kranzkuh beim Viehscheid Oberstaufen

Hirte mit der Kranzkuh vorn weg.  / Bildquelle: Mein Oberstaufen

Nichts mehr verpassen!

Neues, Tipps und unsere Lieblingsplätze bequem ins Postfach liefern lassen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen

Alle Termine
für den

Allgäuer Viehscheid

Viehscheid im Allgäu

Die Pressemitteilung wurde uns vom
Markt Oberstaufen zur Verfügung gestellt.

Wir veröffentlichen sie, um unseren Lesern relevante Informationen zu bieten. Für die Inhalte der Mitteilung ist das bereitstellende Unternehmen verantwortlich.

Fundiert

JournalistInnen & TexterInnen recherchieren und berichten.

Lesenswert

Weil wir Dich mit allen Sinnen in die Geschichten mit rein nehmen.

Einfach

Das Neueste senden wir Dir bequem in Dein eMail Postfach.

Anders

Wunderbare Geschichten, die berühren und informieren.