Burgruine Ratzenried: Geheimtipp im Allgäu für Burg- und Naturfreunde

RATZENRIED: Versteckt im württembergischen Allgäu wartet die Burgruine Ratzenried darauf, entdeckt zu werden. Einst eine imposante Festung, die das Tal überblickte, erzählen heute nur noch wenige Mauerreste von ihrer glorreichen Vergangenheit. Komm mit auf eine Zeitreise, die dich durch Sagen von geisterhaften Rittern und mysteriösen Kutschen führt. Genieße dabei die malerische Landschaft und entdecke versteckte Picknickplätze mit atemberaubender Aussicht. Eine faszinierende Welt vergangener Jahrhunderte!
Burgruine Ratzenried: Fast schon wie ein Schloss …
… muss sie damals ausgesehen haben (glaubt man der Infotafel). Die Burg durchlebte eine wechselvolle Geschichte durch die Jahrhunderte bis sie 1632 von den Schweden zerstört wurde. Das eine oder andere Haus in Ratzenried birgt noch heute Steine aus der Burg, die zum Hausbau verwendet wurden. Noch interessanter sind jedoch die Sagen, die sich um das alte Gemäuer ranken.
Dunkle Sagen rund um die Burg
Standfest mit Alkohol
Nach einer Sage sollen die Mauern und Turmreste, die noch stehen, deswegen so festgefügt sein, da der Mörtel mit Wein versetzt war. Ich kann Euch jedoch beruhigen – ein Lecken am Mörtel bringt nichts. Weder ist festzustellen, ob es Weiß- oder Rotwein war, und zudem ist die Traube nicht auszumachen. Was dann natürlich die Frage aufwirft, ob diese Sage überhaupt stimmt. Ich empfehle daher, auf jeden Fall Picknick und Wein am besten selbst mitzubringen – da weiß man, was man hat!
Düsteres vom Schlossweiher Ratzenried
Der Legende nach soll vor allem in den Nächten um die Reformation, Allerheiligen und Allerseelen allerlei Spuk sein Unwesen treiben. Dem Vernehmen nach sah man öfters eine sechsspännige Kutsche umherfahren, wobei Waffenlärm und Rüstungsklirren den Umtrieb begleitete. Nach einer gewissen Zeit war ein riesiger Platscher zu hören, der die Leute glauben ließ, Gefährt und Ritter hätten sich von der Burgruine herab in den Schlossweiher gestürzt.
Rund um die Ruine
Nun sollte man glauben, dass so viele Legenden und Sagen ja irgendwie eine gewisse Schwingung an einem solchen Ort auslösen müssten. Dass man da irgendwas spüren und fühlen sollte. Weit gefehlt! Wir wie auch unser Hund Fidel fühlten uns hier völlig entspannt. Ein Weg führt direkt oben um die Ruine herum und lässt die Ausmaße der ehemals stattlichen Anlage erahnen. Parallel zum oberen Weg gibt es einen zweiten Weg, quasi im ehemaligen Wassergraben, der die Ruine etwas tiefer und weiter weg im Blick hat.
Die wechselvolle Geschichte der Burg Ratzenried, wird sehr detailliert auf der Seite des Ratzenrieders Heimatvereins erläutert. Auch im Burgenmuseum Allgäu erfährt man mehr über dieses Gemäuer.
Grandioser Ausblick und Picknickplatz
In der Mitte der Anlage liegt eine Art Plateau mit Bank mit einem fantastischen Ausblick in die Berge, wenn das Wetter mitspielt. Vor allem bei Föhnlage glaubt man die Berge fast vor sich zu haben.
Reste von Lagerfeuern zeugen geselligem Beisammensein zu späterer Stunde (oder wurde auf den Spuk gewartet?). Alles in allem ein sehr ruhiger und entspannter Ort, der zumindest bei unserem Aufenthalt von keinem weiteren Besucher gestört wurde.
Zeit für einen Kurztrip zur Burgruine Ratzenried
Wie schon gesagt, bietet sich die Anlage für ein Picknick an oder aber auch als kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach Eglofs zum Dorf-Café, um sich dort mit den leckeren Sahneschnitten und einer Tasse Kaffee von der „anstrengenden“ Burgruinenbesichtigung zu erholen.
Historische Bedeutung der Burgruine Ratzenried
Vom Aufstieg und Niedergang der Burgherren
Die Burgruine Ratzenried war einst ein bedeutendes strategisches Bauwerk im Allgäu. Die Burg, die um 1145 erstmals urkundlich erwähnt wurde, war ursprünglich im Besitz der Herren von Ratzenried. Nach deren Aussterben Ende des 13. Jahrhunderts wechselte die Burg mehrfach den Besitzer, darunter die Herren von Molpertshausen und ab 1453 die Humpis von Ravensburg. Diese sorgten 1502 für eine umfassende Restaurierung der Burg (Wikipedia – Die freie Enzyklopädie) (Waymarking).
Die Anlage war eine prächtige, dreiteilige Burg mit beeindruckender Größe, die im 17. Jahrhundert im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Sie wurde danach nicht wieder aufgebaut, da mit Wolfgang von Ratzenried 1636 die Linie der Freiherren von Ratzenried erlosch (Ratzenried). Die Burgruine blieb im Besitz verschiedener Adelsfamilien, zuletzt der Grafen von Waldburg-Zeil, und wurde in der Folgezeit weiter beschädigt (Freizeittipps Allgäu).
Seit der Gründung des Heimatvereins Ratzenried 1983 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt, um die Ruine zu sichern und zu erhalten (Ratzenried).
Wegbeschreibung zur Burgruine Ratzenried
Vom Burgberg eröffnet sich von manchen Stellen aus ein weiter Blick in unsere herrliche Voralpenlandschaft, aber auch auf das tiefer gelegene Ratzenried mit seinem hübschen Schlösschen.
Der Weg zur Ruine
Das alte Gemäuer liegt zwischen Ratzenried und Eglofs. An einem Weiher mit Gedenkkreuz am Wegesrand zweigt ein Weg schräg nach links oben ab. Ein Schild weist auf die Ruine hin. Am Ende des Weges ist ein kleiner Parkplatz gekennzeichnet, von dem es zu Fuß weitergeht.
Lasst das Wohnhaus rechts liegen und biegt direkt dahinter rechts ab. Nach ein paar Metern kommt eine Schranke und den Steelen „Wandertrilogie Allgäu“. Die kennen wir übrigens auch schon aus dem Wurzacher Ried. Danach habt ihr die Burganlage praktisch schon erreicht.
Erkundung der Umgebung
Allerdings lohnt es auch, ein wenig die Umgebung zu erkunden. Sei es, um eine merkwürdige Skulptur am Wegesrand zu entdecken oder auch einen Blick auf das Alpenpanorama zu erhaschen.
Quintessenz:
Die Zeichen vergangener Zeiten sind immer spannend.
Es muss nicht immer „hoch auf den Berg“ sein, auch im hügeligen Voralpenland gibt es viel zu entdecken.

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