Storytelling für das Allgäu

Kässpatzenzeit ist eine gute Zeit. Nicht Käsespätzle, oder Käseknöpfle, oder Kasnudln oder ganz toll schlimm: Käsespätzchen!  Aua, das kratzt am Nationalstolz. Kässpatzen oder noch deutlicher: Käs-Spatz´n, heißt das, wobei die Betonung eindeutig auf Käs liegt. Und hier liegt auch gleich der Hund für schlechte Kässpatzn begraben. Käs ist Hauptbestandteil – siehe Betonung – und nicht nur ein Hauch Aroma für den Gourmetiker der feinen Haubenküche. Ordentlich Käs von der Sennerei, und zwar ein g´scheiter Bergkäse und ein Emmentaler. Über den extravaganten Gaumenkitzel von Weißlacker können wir noch reden.

Allgäuer Kässpatzen Rezept

Es ist schnell gegoogelt, und der Chefkoch-De bietet auch zahlreiche Versionen dieser Spezialität an. Ich verlaß mich aber nur auf Oma (Ok, die Sennerin Moni kocht sie fast genau so, wie meine Oma!)

Zutaten für Allgäuer Kässpatzen:

  • 500 g Mehl (Spatzenmehl muß nicht. Mit Halb/Halb Dinkelmehl werden die Spatzen kräftiger im Geschmack)
  • 5 Eier (lieber eines mehr)
  • 2 TL Salz
  • 350 g geriebenen Käse (Mischung aus 3/4 Emmentaler und 1/4 Allgäuer Bergkäse). Kann auch mehr sein, aber niemals weniger!
  • Esslöffel voll Weißlacker (notfalls Romadur, oder nix)
  • schwarzer Pfeffer in der Mühle
  • 2 große Zwiebeln
  • etwas Mehl
  • Butterschmalz

Handwerkszeug: Rührschüssel, Spatzenhobel, großer Topf, große Schüssel zum Servieren

Allgäuer Nationalgericht: Kässpatzen

Zubereitung der leicht röschen Zwiebelringe Zeit: 3+ Stunden vorher

  • große Zwiebel in möglichst feine Ringe schneiden (ein Schluck Wasser in Mund nehmen, dann brennts nicht in den Augen)
  • mit Mehl bestäuben

 

  • Zwiebel in Mehl wenden

    Zwiebel in Mehl wenden

 

  • Pfanne mit viel Butterschmalz erhitzen und schön braun braten (können auch so verwendet werden)
  • wer´s besonders rösch mag, der trocknet nun die Zwiebeln auf einem Gitter bei bis zu 80°C im Ofen, oder auf dem Kachelofen.

 

Allgaeuer-Kaesspatzen-Zwiebeln-roesch

Zwiebeln in Butterschmalz leicht knusprig braten

Allgaeuer-Kaesspatzen-Zwiebeln-perfekt

…. leckermampf … schmecken fast auch ohne die Kässpatzen 🙂

Zubereitung: Allgäuer Kässpatzen

  • Mehl, Salz, Eier und Wasser (ca 250g) zu einem glatten, sämigen Teig verarbeiten. Teig solange mit dem Holzlöffel rühren, bis Blasen entstehen. Halbe Stunde stehen lassen. Der Teig muß vom Löffel laufen.
  • Den Teig löffelweise durch den „Spatzenhobel“ in ausreichend kochendes Salzwasser hobeln.

 

Spatzenteig locker ins kochende Salzwasser hobeln

Spatzenteig locker ins kochende Salzwasser hobeln

 

  • Sobald die Spatzen oben schwimmen, kurz ziehen lassen (1-2 Min.) und mit einer Schaumkelle aus dem Wasser holen und direkt in die heiße Servierschüssel geben. (Schüssel immer wieder im Ofen heiß halten)
  • Eine Schicht Käse darauf geben und dann die nächste Portion frische Spatzen in die Schüssel schichten. Abwechselnd Käse und Spatzen in die Schüssel geben, bis die Zutaten verbraucht sind.
  • Zum Schluss die gebräunten Zwiebeln auf die Kässpatzen geben, alles mit Pfeffer würzen.
  • Heiß servieren. Wer gut geschichtet hat, braucht nicht nochmals durchzumischen.
Allgäuer Kässpatzn mit röschen Zwiebeln und Salat

Allgäuer Kässpatzn mit röschen Zwiebeln und Salat

 

  • Grüner Salat mit einer Essig-Öl-Vinigrette ohne Luxus und eine Scheibe Schwarzbrot sind die Begleiter der Allgäuer Kässpatzn. Ganz lecker dazu auch ein kaltes Allgäuer Bier (gibts auch alkoholfrei). Der herbe Geschmack harmoniert wohltuend mit dem Käse.

Je leckerer die Spatzn, umso eher wird ein Verdauungsschnapsl Pflicht. Obstler bevorzugt.

Kässpazen für Gäste

Was ich unbedingt noch erwähnen sollte: Für Gäste eignet sich das Nationalgericht ganz wunderbar, denn ….

  • …. es läßt sich gut vorbereiten. Zwiebeln, Teig und Salatsosse rechtzeitig vorher. Schneit der Besuch dann zur Türe rein, kann man das Kochwasser anschalten. Stehen dann erstmal alle in der Küche rum, geht das Hobeln los. So sieht der Gast, daß sich die Hausfrau bemüht, was Frisches zubereitet, und kann auch noch die voller werdende Schüssel immer vom Ofen zum Spatzenhobel tragen.
  • … es ist günstig
  • … macht fast kein Mensch mehr zu Hause, weil es schon eine gewisse Sauerei in der Küche hinterläßt. Darum freuts jeden Gast, wenn es frische Kässpatzen gibt.
  • … man mach gleich zu viel davon, dann kann man einen Tag später angeröstete Kässpatzn zubereiten, was fast noch besser schmeckt.

Laßts Eich schmecka,                                                                                                 Ulli     Merken Merken Merken Merken

Weiterführende Informationen

Stell Dir vor, die Vorarlberger behaupten doch glattweg, daß sie die Allgäuer Kässpatzen erfunden haben 😉

Und es gibt natürlich regionale Unterschiede beim Kässpatzen kochen. Und natürlich darf jeder so, wie es ihm schmeckt.

Für ne Party bieten sich mobile Kässpatzenküchen an. Vielleicht die Spatzendealer?

Mittags gibts bestimmt welche zum Mittagstisch. Oder zünftig im lustigen Hirsch.

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