Wie solidarische Landwirtschaft funktioniert: Obere Mühle Wertach sät Zukunft

Solidarische Landwirtschaft verbindet Umweltschutz mit sozialer Verantwortung, indem sie eine direkte Partnerschaft zwischen Bauernhof und Verbrauchern fördert. Bei Modellen wie der SoLaWi „Obere Mühle Wertach“ teilen alle Beteiligten Kosten, Risiko und die schmackhafte Ernte. Das Bio-Gemüsekisten-Abo macht es möglich. So entsteht ein nachhaltiger, regionaler Kreislauf, der Lebensmittel ohne Zwischenhändler direkt zu den Menschen bringt.
Solidarische Landwirtschaft „Obere Mühle Wertach“
Ganz auf der Höhe …
Die Obere Mühle Wertach ist ein besonderer Platz im Allgäu mit besonderer Geschichte. Mehr als 500 Jahre drehte sich hier ein Mühlrad. Drum herum gab es viele Hektar Land, die den Kühen gesunde Nahrung bescherten und den Müllerfamilien über viele Generationen hinweg Getreide fürs Mahlen des Mehls einbrachte. 1970 verstirbt der letzte Müller, 1990 geht die Mühle an seinen Neffen. Fünf Jahre später verkauft dieser an eine Wertacher Landwirtsfamilie und diese 2014 an Uschi und Holger Ahlborn. Dass sie das Mühlrad wieder errichten möchten, um Strom zu produzieren, wussten die beiden Unternehmer aus München mit dem Umzug ins Allgäu von Anfang an. Auch dass sie die Imkerei erlernen wollen, war klar. Doch dass aus den 1,5 Hektar Allgäuer Wiesen rund um das Haus mal eine Solidarische Landwirtschaft und die höchst gelegene Bioland-Gemüselandwirtschaft in Deutschland wird, stand damals noch in den Sternen.
Regional, saisonal, biologisch
Den Impuls gab die ehemalige Mitarbeiterin Ute-Maria Schröder-Stanszik. Sie kümmerte sich 2018 um den neu angelegten Bauerngarten der Ahlborns und um Anbau und Pflege von Gemüse im neu gebauten Glasgewächshaus. Alles nach Bio-Richtlinien und auf Basis des Kalenders von Maria Thun. Die Ergebnisse waren so prächtig wie schmackhaft. Und so entwickelte sich die Idee, daraus mehr zu machen. Ute-Maria und Holger steckten die Köpfe zusammen, planten, wie aus den Allgäuer Wiesen Gemüseäcker werden können, welches Gemüse sich zum Anbau eignet und in welcher Form dies angeboten werden kann.
Die Solidarische Landwirtschaft war geboren
Ihr Ziel? Abseits von Weltmarktpreisen und Subventionen ein zukunftstaugliches Modell zu errichten, das sowohl die Umweltbelange als auch die Existenz der dort arbeitenden Menschen berücksichtigt.
Ackern für ein gemeinsames Ziel. | © Obere Mühle Wertach
Frisch gefüllte Gemüsekisten für die Abonnenten. | © Obere Mühle Wertach
Vom Garten auf den Tisch
Gemeinsam. Solidarisch. Biologisch. Los geht’s.
„Was, bei uns im Oberallgäu auf 920 Höhenmeter, wollt ihr Gemüse anbauen?“ Die Wertacher waren skeptisch. Doch da erstens Bodenproben ergaben, dass die Obere Mühle Wertach eine sehr nährstoffreiche Erde birgt und zweitens sowohl Ute-Maria als auch Holger unbeirrbar sind, setzten sie ihre Pläne 2019 in die Tat um: Die erste Ackerfläche wurde urbar gemacht.
Erst mal los ackern
Tausende von Steinen entfernt, umgegraben, wieder tausende von Steinen entfernt, umgegraben und so weiter – bis im Mai die ersten Gemüsepflänzchen in die Erde kamen. Angezogen im Glasgewächshaus, alles alte Sorten und natürlich samenfest. Im Juni 2019 konnten die ersten Gemüsekisten ausgegeben werden. Die Solawi Obere Mühle Wertach versammelte dazu knapp 20 Abonnenten.
Lebendige Nahrung rund ums Jahrs
In der Solidarischen Landwirtschaft wächst’s
Zum bestehenden ersten Acker kamen weitere zwei Äcker, drei Terrassenbeete und zwei Folientunnel hinzu. Der eine Folientunnel ist 30 Meter lang und acht Meter breit. Im Winter beherbergt er Salate und Spinat, im Sommer lässt er bei optimalen mediterranen Verhältnissen Tomaten, Paprika, Bohnen und Auberginen wachsen.
Rund 40 Gemüsesorten werden insgesamt angebaut, darunter Brokkoli, Kohlrabi, Rote Bete, Karotten, Mairübchen, Rettich, Gurken, Mangold, Rosenkohl, Spitzkohl, Weißkraut, Blaukraut. Viele davon zieht das Gartenteam selbst an.
Fachkundige Hände
SoLaWi „Obere Mühle Wertach“
Aktuell haben Josefine Gebhart und Kevin Kess die Verantwortung. Unterstützt werden sie regelmäßig von den Solawi-Mitgliedern und von Praktikanten, die die Zeit in der Oberen Mühle Wertach teils zur Fortbildung, teils für eine Auszeit, teils für ihre alpine Leidenschaften nutzen. Alle eint jedoch die Liebe zu gesunden Lebensmitteln. Denn das ist es, was die Ahlborns treibt: lebendige, hochwertigste Nahrung für Menschen, die sich freuen, diese genießen zu dürfen. Die Obere Mühle Wertach hier im Allgäu ist für Menschen, die das Mitanand schätzen. Denn klar bedeutet Solidarische Landwirtschaft, dass sich alle die Ernte und die Kosten teilen.
Aktuell versorgt die Gemeinschaft wöchentlich rund 45 Haushalte mit erntefrischem Gemüse. Abholtag ist Freitag. Obendrein nutzen inzwischen auch zwei gastronomische Betriebe das Angebot: z.B. die Hündeleskopfhütte in Pfronten und der Landgasthof Rössle in Oy-Mittelberg.
Und natürlich freuen sich besonders auch die Kunden des kleinen, charmanten BIO Lädles über das reichhaltige Gemüseangebot vom Mühlenacker – und die liebevoll selbstgemachten Spezialitäten, die aus Gemüse, Obst und Beeren entstehen.
Von der Region für die Region
„Unser landwirtschaftlicher Betrieb produziert hauptsächlich für Menschen, die mit einem BIO Gemüsekisten-Abo an unserem Gemüsegarten beteiligt sind“,
erläutert Holger Ahlborn.
„Somit fließen all unsere Lebensmittel in einen überschaubaren, selbstbestimmen und kostengünstigen Wirtschaftskreislauf. Das Gemüse bleibt in der Region und gelangt ohne Zwischenhändler und Verpackungsmittel direkt zum Verbraucher.“
Uschi & Holger Ahlborn im Bauerngarten der Solidarischen Landwirtschaft Wertach. | © U. Heerdegen
Fini & Kevin im Gemüsegarten, Christel am Biolädle. | © Uschi Ahlborn
Ihr wollt mehr wissen über diese Allgäuer Solawi bzw. die Obere Mühle Wertach? Oder über das oberschlächtige Mühlrad, das einen Durchmesser von 7,50 Meter hat? Zudem vielleicht über das hofeigene BIO Lädle, das neben gesundem BIO Gemüse ein fein abgestimmtes Sortiment an Bio Produkten und liebevoll selbstgemachte Produkte bietet? Dann erstmal hier entlang. Zur Mühle, wo sich mehr als ein Mühlrad dreht.
Weiterführende Informationen
Herzlich willkommen bei der
Oberen Mühle Wertach
Öffnungszeiten, Angebote, Infos
und viele leckere Rezepte warten auf Euch.
Solidarische Landwirtschaft –
ein zukunftstauglicher Weg
Wie kann eine verantwortungsvolle Landwirtschaft aussehen? Eine, die sowohl Umweltbelange als auch die Existenz der dort arbeitenden Menschen berücksichtigt? Das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft versucht, eine zukunfts- und enkeltaugliche Antwort zu geben. Die Basis ist eine gegenseitige Vereinbarung: Der Hof ernährt die beteiligten Menschen. Alle teilen sich die Verantwortung, das Risiko, die Kosten – und natürlich die Ernte.
Ein landwirtschaftlicher Betrieb wie die Obere Mühle Wertach im Allgäu produziert somit nicht für den freien Markt, sondern für die Menschen, die mit einem BIO Gemüsekisten-Abo beteiligt sind. Alle Lebensmittel fließen damit in einen überschaubaren, selbstbestimmten und kostengünstigen Wirtschaftskreislauf. Das Gemüse bleibt in der Region und gelangt ohne Zwischenhändler und Verpackungsmittel direkt zum Verbraucher.
"Diese Pressemitteilung wurde uns von der Oberen Mühle Wertach zur Verfügung gestellt. Wir veröffentlichen sie, um unseren Lesern relevante Informationen zu bieten.
Eine redaktionelle Prüfung haben wir durchgeführt.
Für die Inhalte der Mitteilung ist nach wie vor das bereitstellende Unternehmen verantwortlich."

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