Besser schlafen — Gute Nacht, Allgäu!

Ja, da schlaf her – im Allgäu gibt es nicht nur Kurse und Hotels für eine erholsame Ruhe in der Nacht, sondern auch hellwache Schlafcoaches. Einer davon ist Diplom Psychologe Sascha Maurer aus Füssen. Er kennt sich (aus eigener Erfahrung) mit nächtlichen Gedankenschleifen bestens aus. Deshalb hat er ein spezielles Programm entwickelt, das einen wieder besser schlafen lässt. Das Ziel: störungsfrei und ohne Aufwachen durch die Nacht kommen – und danach munter, leistungsfähig in seinem Job aktiv sein.
Besser schlafen – besser leben
„Probleme hat, wer über einen Zeitraum von drei Monaten länger als 15 Minuten zum Einschlafen braucht und nachts mehrmals aufwacht, ohne wieder einschlafen zu können“,
fasst der Experte zusammen, was viele (nicht nur nachts) umtreibt.
Und das ist auch kein Wunder – denn: „Schlaf ist Leben! Schlaf ist existenziell für unsere Konzentration, unsere Leistung, unser psychisches Wohlbefinden, unsere Resilienz und unsere körperliche Gesundheit.“
Was viele nicht wissen: „In der Nacht werden wichtige Regenerationsvorgänge von Körper, Gehirn und Psyche vorgenommen, ohne die wir dauerhaft nicht psychisch und physische gesund bleiben können.
„Wer vor dem Einschlafen nicht ausreichend körperlich müde ist, schläft schlecht. Drum einfach nach Feierabend noch eine kleine Runde drehen – zum Beispiel auf die Kugel in Riedholz bei Maierhöfen. Das sorgt auch für eine seelisch-geistige Entspannung.“
Fehlt laut Experte nur noch eins:
Ein guter Schlaf-Rhythmus
„Viele gehen gegen ihren genetisch geprägten Schlaf-Wach-Rhythmus (Chronotypus) ins Bett“,
sagt Sascha Maurer. Deshalb lautet sein Rezept: Immer auf den „chronobiologischen Schlaf-Wach-Rhythmus“ achten – sprich: Schlafen gehen, wenn man müde ist.
Licht & Rythmus
Auch wichtig: Leben und Arbeiten bei natürlichem Licht. (Wie zum Beispiel bei Maschinenbau Kolb, Naturenergie Isny oder Wood.in.Vision.)
Und davor eine stabile, regelmäßige und ritualisierte Tagesstruktur schaffen. „Und eine positive Einstellung zu sich selbst und Fähigkeiten zur Lebensbewältigung entwickeln“, rät Sascha Maurer weiter. So wie Unternehmerin Tanja Mendler, die Familie, Business und Bewegung wuppt und immer vorwärts denkt.
Digitales aus
Alle, die gerade im Bett diesen Artikel lesen, bitte einfach weiterscrollen. Denn Sascha Maurer sagt ganz klar
„Geräte vor dem Schlafengehen aus lassen.“
Konkret: Mindestens eine Stunde davor nicht mehr auf einen Bildschirm schauen. In seinem Programm spricht er außerdem über das Aufspüren von Schlafstörern, einer gesunden Schlafumgebung und zeigt, wie man nächtliche Aufwachphasen gelassen annimmt – ohne auf die Uhr zu schauen.
Die Idee heißt:
Schlaf auf natürliche Weise geschehen lassen.
Dahinter steckt der Satz: Den Schlaf zum guten Freund machen.
„Wir wissen viel zu wenig über effektives Schlafmanagement vor und während des Schlafs. Wir Menschen haben schlichtweg verlernt zu schlafen – oder nie gelernt, gesund und erholsam zu schlafen!“,
sagt der Gute-Nacht-Experte.
Besser Schlafen Tipps
1. Schreibe vor dem Ins-Bett-gehen alle Gedanken und Emotionen auf ein leeres Blatt Papier, die dich beschäftigen.
„Das sind Dinge, die ich noch nicht erledigt habe, die am nächsten Tag anstehen, die ich bisher nicht mitgeteilt oder ausgedrückt habe, oder die mir einfach als kreative Idee durch den Kopf gehen“, erläutert Sascha Maurer.
2. Setze dich vor dem Schlafen-gehen auf die Bettkante und bedanke dich für mindestens ein oder drei Erlebnisse, Ereignisse oder Erkenntnisse, die dir heute gelungen sind, durch andere ermöglicht wurden oder die dich bereichert haben.
Dahinter steckt laut Maurer folgende Idee: „Dankbarkeit besitzt eine einzigartige Bedeutung für unser Wohlbefinden und unsere psychische Gesundheit.“
3. Mach eine Atemübung – auf der Bettkante oder auf dem Rücken im Bett.
„Aus der Meditationsforschung weiß man, dass der Mensch keine ausreichenden neuronalen Kapazitäten besitzt, Gedanken zu kreieren, wenn er sich gleichzeitig auf mindestens zwei Beobachtungspunkte fokussiert“, sagt Maurer. Das heißt: Wer das Gedanken-Karussell stoppen und aus der Grübel- und Tüftelschleife aussteigen will, sollte sie einfach wegatmen. Zum Beispiel durch das simple Beobachten, wie die Luft beim Ein- und Ausatmen an den Nasenflügeln vorbeizieht und sich die Bauchdecke hebt und senkt. Solange, bis der Geist zur Ruhe kommt.
Und dann? Einfach seelenruhig einschlafen …
Besser schlafen im Allgäu
Die gute Nachricht: Im Allgäu geht das besonders gut. Denn Lärmpegel, Lichtverhältnisse und Luftverschmutzung spielen eine wichtige Rolle bei der Schlafqualität.
„Studien zeigen, dass naturnahe Urlaubsformen den Schlaf eindeutig verbessern“,
sagt Maurer.
„Oft ist die Luftqualität auf dem Land, auf Campingplätzen und in Gesundheits- und Urlaubsregionen wie in der „Schlafstadt Füssen“ viel besser als in Städten mit hohen Feinstaub- und Stickoxidwerten.“
Dort schlafen die Menschen oft mit geschlossenen Fenstern. Der Effekt: Durch die fehlende Luftzirkulation steigt die Kohlendioxid-Konzentration deutlich an. Der Schlaf wird schlecht.
Das Problem: Lüften geht nur da, wo es ruhig und friedlich ist.
Sascha Maurer hat sein bestes Schlaferlebnis bei sich zu Hause in Hopfen am See bei Füssen. Weil es eine Rolle spielt, wie das Zimmer eingerichtet ist – und ob man sich auskennt oder nicht.
„Zu leben, zu arbeiten und zu schlafen, wo andere Urlaub machen ist ein großes, schlafförderndes Privileg“,
sagt der Experte.
Sind Kässpatzen am Abend ein Problem?
Wer „Schlafprobleme Ursache“ googelt, findet häufig in den Listen die schwere Kost am Abend. Deshalb Maurers Tipp: besser keine Kässpätzle oder Kässpatzen!
„Weil der Körper nachts viele Stoffwechsel- und Organfunktionen einschränkt.“
Dazu gehöre auch die Magen- und Darmtätigkeit. „Isst man spätabends, können vor allem schwere und üppige Speisen einfach schlecht verdaut werden.“ Das Essen liegt dann schwer im Magen. Die Folge: Man kann nur schwer ein- und durchschlafen und fühlt sich am Morgen immer noch satt.
Na dann: Gute Nacht, Allgäu!
Weiterführende Informationen
Danke an Sascha Maurer für seinen Input..
Leichte Küche am Abend. Das „Schlaf gut“ Kochbuch bietet interessante Einblicke in den Zusammenhang zwischen Essen und Schlafen. Die vielen leichten Rezepte bieten Inspiration und Lust zum Nachkochen.
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